„Veränderungen sind eine Chance, Dinge aktiv mitzugestalten“

Wie war dein Weg ins ipcenter?

Als ich bei ipcenter begonnen habe, hatte ich gerade ein Masterstudium an der FH Wien im Studiengang „Tourismusmanagement“ begonnen. Das Curriculum war berufsbegleitend organisiert, deshalb konnte ich neben meinem Studium arbeiten. Eine meiner langjährigsten Freundinnen hat bei ipcenter gearbeitet und mir quasi die Rutsche in ihre Abteilung gelegt. Ich habe mit 20 Stunden begonnen und dann auf 30 Wochenstunden aufgestockt. Das war mit meinem Studium gut vereinbar.

Welches war deine erste Tätigkeit im ipcenter, was genau hast du gemacht?

Ich war im damaligen Geschäftsbereich „Training and Optimum Performance“ beschäftigt, der ausschließlich für B2B-Kund:innen zuständig war. Dort habe ich als „Sales Administration Assistant“ begonnen und meiner Vertriebskollegin direkt zugearbeitet. Das umfasste Tätigkeiten von der Offertlegung über die Kund:innenbetreuung bis zur Organisation und Abrechnung einer Bildungsveranstaltung. Ich habe die Kollegin auch zu vielen Terminen mit Kund:innen begleitet.

Judith

Was machst du jetzt im ipcenter?

Mittlerweile leite ich die Marketingabteilung und beschäftige mich mit außerdem mit Themen und Projekten rund um die Unternehmensstrategie und die Organisationsentwicklung.


Welche Zwischenstationen gab es auf diesem Weg?

Ein großer Wendepunkt war 2012.Strategische Partner sind eingestiegen und ipcenter wurde Teil einer wachsenden internationalen Unternehmensgruppe. Das brachte eine große personelle Umstrukturierung mit sich und ich bin als einzige Mitarbeiterin meiner Abteilung übriggeblieben. Ich habe rasch alle Agenden im B2B-Bereich übernommen, der dann bald in „Unternehmensformate“ umgetauft wurde. ipcenter ist in den darauffolgenden Jahren stark gewachsen und hat seine Struktur laufend den Anforderungen angepasst. Geleitet habe ich damals zusätzlich zum Geschäftsbereich „Unternehmensformate“ folgende Teams: Marketing & PR, E-Learning-Projekte sowie Infrastruktur & Einkauf, wozu EDV-Projekte & Support, Empfang, Haustechnik und Reinigung gehörten. Manche Organisationseinheiten wie zum Beispiel den Einkauf habe ich konzipiert, aufgebaut und implementiert, andere wie die EDV oder die Reinigung „nur“ übernommen. 2019 habe ich die Leitung der Unternehmensformate abgegeben, da ich die vielen Führungsaufgaben so nicht erfüllen konnte. Ich wollte mich besser auf Themen fokussieren können und nicht ständig das Gefühl haben, keiner Führungsrolle gerecht zu werden. Ich habe meine Leitungsfunktionen dann weiter ausgedünnt: Die E-Learning-Projekte wurden 2020 in der Muttergesellschaft eduPRO angesiedelt; die Leitung von „Infrastruktur & Einkauf“ habe ich nach meiner ersten Elternkarenz 2022 an Jasmin Scholz übergeben. Marketing ist bei mir geblieben.

Was war der Auslöser für diese weitreichende Entwicklung?

Judith beim Tag der Weiterbildung

Rückblickend war manches eine glückliche Fügung des Schicksals. Die Übernahme von ipcenter 2012 in eine Unternehmensgruppe hat mir eine große Tür aufgemacht. Es war keine einfache Zeit, aber sie hat mich gefordert, und gefordert zu werden, motiviert mich. Ich konnte immer neue Aufgaben übernehmen, mich weiterentwickeln und das Unternehmen aktiv mitgestalten. Aber ich bin sicher auch jemand, der Veränderung anstößt und gern mal laut „Hier“ schreit, wenn es um Verantwortung geht. So ist mir all die Jahre nicht langweilig geworden und ich bin nie stillgestanden.

 

Was hast du auf dem Weg gelernt und in deine aktuelle Tätigkeit mitgenommen?

Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und auch in Phasen der Veränderung handlungsfähig zu bleiben. Weiterentwicklung entsteht meist nicht geplant, sondern passiert dann, wenn man gefordert wird. Wer Verantwortung übernimmt, kann Veränderung nicht nur mittragen, sondern auch gestalten.

Judith beim Frauenlauf in Wien

Selbst wenn nicht alles perfekt vorbereitet ist, ist es wichtig dranzubleiben, proaktiv zu agieren und Lösungen zu finden. Außerdem habe ich mitgenommen, dass Führung nicht bedeutet, alles selbst zu machen, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen andere gut arbeiten können. Ich habe gelernt, Teams aufzubauen, Übergaben sauber zu gestalten und Verantwortung bewusst abzugeben, wenn es sinnvoll ist. Genau das hilft mir heute in meiner Führungsrolle und bei strategischen Themen, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und langfristig zu denken.

Wie bist du persönlich dabei gewachsen?

Veränderungen sind für mich kein Stressfaktor, sondern eine Chance, Dinge aktiv mitzugestalten. Rückblickend haben mich gerade die Umbruchphasen am meisten geprägt. Ich habe gelernt, flexibel zu bleiben, lösungsorientiert zu denken und auch dann stabil zu handeln, wenn rundherum viel Bewegung ist. Ich bin persönlich stark daran gewachsen, Verantwortung nicht nur zu übernehmen, sondern auch gut zu gestalten – für mich selbst und für andere. Man muss nicht alles allein schaffen. Gute Führung bedeutet oft, loszulassen, zu vertrauen und Verantwortung im Team zu teilen. Das hat mich ruhiger, strukturierter und gleichzeitig wirksamer gemacht.

Was schätzt du generell am ipcenter?

Ich schätze den Raum, den ich hier bekomme, um kreativ zu sein und Dinge mitzugestalten. Gleichzeitig wird viel Rücksicht auf persönliche Bedürfnisse genommen – ipcenter ist ein sehr familienfreundlicher Arbeitgeber. Über die Jahre sind außerdem persönliche Beziehungen zu Kolleg:innen entstanden, die ich nicht missen möchte. Ich erlebe jeden Tag, wieviel wir voneinander lernen. Besonders wertvoll ist für mich auch die offene Haltung: Keine meiner Ideen wurde jemals vorschnell abgelehnt, sondern mir wurde immer ermöglicht, sie zu präsentieren und gemeinsam weiterzudenken.

Fotobox Jahresabschlussfeier 2023 - ipcenter

Mir wird großes Vertrauen entgegengebracht und dieses gegenseitige Sich-aufeinander-verlassen-Können ist etwas, das ich wirklich schätze: Ich kann mich auf meinen Arbeitgeber verlassen – und er sich auf mich. Ich hatte hier nie das Gefühl, gebremst zu werden und habe nie gehört „Das kannst du nicht“, sondern ich wurde über all die Jahre darin unterstützt, mich weiterzuentwickeln und zu wachsen.