Überregionale Praktika schaffen neue berufliche Perspektiven

Zwei Wiener ÜBA-Lehrlinge nutzten ein Praktikum in Salzburg als Chance für ihre berufliche Zukunft.

Zwei Lehrlinge der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) im Beruf Augenoptik haben im Juli den Schritt über die Bundesländergrenze gewagt – und so wertvolle Praxiserfahrung gesammelt. Ihre Geschichte zeigt, wie Mobilität, individuelle Begleitung und engagierte Unternehmen gemeinsam berufliche Chancen eröffnen können.

Während in Wien mehr Jugendliche eine Lehrstelle suchen als Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, kämpfen viele Betriebe in Westösterreich aufgrund der demografischen Entwicklung mit einem Mangel an Lehrlingen. Genau hier setzt das vom Service für Unternehmen (SFU) des AMS Salzburg initiierte Projekt „soizburg? fix!“ an: Jugendliche aus Wien erhalten die Möglichkeit, überregionale Praktika in Salzburger Betrieben zu absolvieren und neue berufliche Perspektiven kennenzulernen.

Im Rahmen dieses Projekts absolvierten Aleksa Vuletic und Reham Abdulrahmen, überbetriebliche Lehrlinge im Berufsbild Augenoptiker:in, von Anfang bis Ende Juli 2026 ein vierwöchiges Praktikum bei Pearle in Salzburg. Die Rückmeldungen der Filialleitungen fielen durchwegs positiv aus und übertrafen die Erwartungen der aufnehmenden Betriebe.

Mehr Verantwortung, mehr Praxiserfahrung

Aleksa Vuletic war während seines Praktikums in der Pearle-Filiale in Anif tätig. Dort konnte er rasch Verantwortung übernehmen und aktiv im Verkauf, bei Kund:innengesprächen sowie in der Werkstatt mitarbeiten. Die Filialleitung beschreibt ihn als wissbegierig, höflich und lernbereit. Innerhalb kurzer Zeit integrierte er sich erfolgreich ins Team und führte bereits erste Sehtests sowie Kassatätigkeiten unter Anleitung durch. Besonders wertvoll war für ihn, dass er deutlich mehr praktische Erfahrungen sammeln konnte als in bisherigen Praktika. Auch außerhalb des Betriebs nutzte er die Gelegenheit, Salzburg kennenzulernen und neue Eindrücke zu gewinnen.

Ein Praktikum, das überzeugt

Auch Reham Abdulrahmen hinterließ in ihrer Praktikumsfiliale einen nachhaltigen Eindruck. Der Filialleiter hob insbesondere ihre Motivation, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre gelungene Integration ins Team hervor. Gleichzeitig betonte er den Mehrwert des Projekts, das Betrieben ein unkompliziertes und praxisnahes Kennenlernen potenzieller Lehrlinge ermöglicht. Für Reham selbst bot das Praktikum die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig einen neuen Lebens- und Arbeitsort kennenzulernen.

Erfolgreiche Begleitung macht den Unterschied

Dass beide Praktika so erfolgreich verliefen, war kein Zufall. Bereits im Vorfeld wurde großer Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Teilnehmenden gelegt. Neben den fachlichen Voraussetzungen spielten Motivation, Selbstständigkeit und die persönliche Reife für ein überregionales Praktikum eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus wurden die Jugendlichen während des gesamten Prozesses eng begleitet. Besonders deutlich zeigte sich der Wert dieser individuellen Unterstützung bei Reham Abdulrahmen. Ihre Familie stand einem mehrwöchigen Aufenthalt außerhalb Wiens zunächst skeptisch gegenüber. Durch intensive Gespräche, transparente Information und den Aufbau von Vertrauen konnten diese Bedenken ausgeräumt werden. Erst dadurch wurde das Praktikum möglich – und entwickelte sich zu einem vollen Erfolg.

Ein Gewinn für Jugendliche und Betriebe

Die positiven Erfahrungen blieben auch bei Pearle nicht unbemerkt. Die Filialleitungen setzten sich aktiv dafür ein, künftig weitere Praktika mit Wiener Lehrlingen zu ermöglichen. Langfristig wird zudem eine Übernahme der Teilnehmenden in ein Lehrverhältnis innerhalb des Unternehmens angestrebt.

Die Geschichten von Aleksa Vuletic und Reham Abdulrahmen zeigen eindrucksvoll, welchen Mehrwert eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildungsanbieter, Arbeitsmarktservice und Ausbildungsbetrieb schaffen kann. Wenn sorgfältige Auswahl, individuelle Begleitung und engagierte Unternehmen zusammenkommen, entstehen aus zeitlich begrenzten Praktika oft langfristige berufliche Perspektiven – für junge Menschen ebenso wie für Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften.

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